| Ausgehend von den neuen Zahlen des Statistisches Bundesamtes vom 31. Mai 2010 rief das nationale Aktionsbündnis für Entgeltgleichheit am 1. Juni 2010 zu einem weiteren Equal Pay Day in 2011 auf. Die Veranstaltungen seit dem Start dieser Initiative waren in Bezug auf öffentliches Interesse und Aktionsvielfalt große Erfolge, doch der Entgeltunterschied zwischen Männern und Frauen stagniert in Deutschland bei noch immer 23 Prozent. Das belegen die vom Statistischen Bundesamt am 31. Mai 2010 veröffentlichten Zahlen. Zum nächsten Aktionstag will das Bündnis von Wirtschaftsverbänden und Frauenorganisationen vor allem die in Deutschland so verfestigten Rollenstereotype in den Fokus nehmen. Bundesweit sollen Maßnahmen und Aktionen entwickelt werden, um Rollenstereotype und deren "Verstärker" aufzudecken und abzubauen.
Das Aktionsbündnis kritisiert, dass traditionelle Rollenbilder nicht nur die Aufgabenverteilung in den Familien beeinflussen, sondern auch das Berufswahlverhalten von Mädchen und Jungen. So sind die Berufsbiographien von Frauen nach wie vor durch längere familienbedingte Erwerbsunterbrechungen gekennzeichnet, was zu Einbußen bei Gehalt und Karriere führt. Frauen arbeiten in hohem Maße in Teilzeit und erreichen deutlich seltener Führungspositionen. Althergebrachte Rollenstereotype werden nach Meinung der Equal-Pay-Day-VeranstalterInnen zudem durch das derzeitige Steuer- und Sozialversicherungsrecht genährt, indem es immer noch die Alleinverdienerehe fördert. Dies geschieht unter anderem durch die beitragsfreie Ehegattenmitversicherung in der Kranken- und Pflegeversicherung und die nach wie vor unzureichenden Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit. Zudem sei es nötig, die Ausgestaltung des Ehegattensplittings auf den Prüfstand zu stellen, so die Initiatorinnen.
Dem aktuellen Ergebnis des Statistischen Bundesamtes zufolge liegt der Entgeltunterschied in Westdeutschland sogar bei 25 Prozent, im Osten hingegen bei nur 6 Prozent. Im europäischen Vergleich nimmt Deutschland damit weiterhin einen der hinteren Ränge ein. Auf Grundlage dieser Zahlen wurde der Termin des nächsten Aktionstages festgesetzt, der einen bestimmten Zeitraum kennzeichnet: Bis zum 25. März müssen Frauen nach Ablauf eines Jahres länger arbeiten, um das durchschnittliche Vorjahresgehalt von Männern ihrer männlichen Kollegen zu erreichen.
Das nationale Aktionsbündnis setzt sich zusammen aus der Bundesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG), der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), dem Frauennetzwerk Business and Professional Women (BPW) Germany, dem Deutschen Frauenrat (DF) und dem Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU).
Weitere Informationen finden Sie unter:
www.frauenrat.de
www.equalpayday.de |