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Expertinnen-/Experten-Hearing 'Unternehmensnachfolge durch Frauen: Potentiale-Realitäten-Perspektiven'II. Unternehmensnachfolge durch Frauen = eine Gleichung mit drei Unbekannten?II a.) Frau Dr. Helga Breuninger - successio, Gesellschaft für integrative Nachfolgeberatung mbH, Stuttgart - sieht in der Entwicklung einer partizipativen Unternehmenskultur einen Ansatz, um den gegenwärtigen unternehmerischen Herausforderungen zu begegnen - mehr noch - eine Bereicherung bzw. Zukunftssicherung der Familienunternehmen. „Der Firmenchef ist wie - die Sonne im Universum - der Patriarch in seinem Unternehmen. Seine Tochter konkurriert nicht mit ihm und möchte ihn auch nicht verdrängen, sondern gleichberechtigt zusammenarbeiten. Sie kann wie - ein neuer Planet - dazukommen und das Unternehmen durch ihre spezielle Art der Kommunikation und durch ihr spezifisches Profil bereichern.“ Um aus einer patriarchalischen zu einer partizipativen Unternehmenskultur zu gelangen, ist ein Chefinnen-Profil zu erarbeiten und sind Techniken anzuwenden, die den ständigen Dialog zwischen Übergeber und Nachfolgerin aktiv gestalten. II b.) Frau Maria Wirtz, TMS Unternehmensberatung AG, Köln, konzentrierte sich in ihrem Beitrag auf die zentralen Punkte im Nachfolgeprozess:
II c.) Frau Regina Seidel hat selbst ihr Unternehmen - die Flemming& Pehrsson GmbH, Berlin - vor 34 Jahren nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters übernommen und ist als Präsidentin im Verband deutscher Unternehmerinnen e.V. (VdU) aktiv und ehrenamtlich tätig. Aus ihrer eigenen Erfahrung ist das unvorbereitete Stolpern in eine Unternehmensnachfolge sogar eine Gleichung mit vielen Unbekannten, die mit Zielstrebigkeit, Beharrlichkeit und dem notwendigen Biss gelöst werden kann. Die eigentlichen Unbekannten für die Expertin sind die vielen Frauen, die bei der Nachfolgeregelung gar nicht zum Zuge kommen, die aber eine Sicherung von unzähligen Arbeitsplätzen in den bestehenden Betrieben garantieren können. Die Unternehmerin, die sich heute noch als Exotin sieht und ihr Unternehmen zum Marktführer im Bereich von Kennzeichnungssystemen für sämtliche Industriebereiche und Automatisierungslösungen geführt hat, beschreibt ihr Erfolgsrezept wie folgt: „Das Frau sein nicht aufgeben - Weiblichkeit erhalten, Zielstrebigkeit behalten, Überraschungsmoment ausnutzen und Macht ausüben.“ Folgende Möglichkeiten sieht Frau Seidel seitens des VdU, den Anteil von Frauen bei der Unternehmensnachfolge zu erhöhen:
II d.) Frau Astrid Stalzer – IHK Südwestsachsen, Chemnitz - betrachtete die Gleichung mit den drei Unbekannten von der menschlichen Seite und entwickelte folgendes Bild: X = das Unternehmen (Situation, Standort, Entwicklung…) Y = die übergebende Unternehmerin/der übergebende Unternehmer, (die Person ) Z = die Nachfolgerin/ der Nachfolger ( die Person, die/ der Interessierte). Auf dieser Grundlage vertrat Frau Stalzer die Ansicht, dass es selbstverständlich sein sollte, immer den am besten geeigneten Menschen für die Nachfolge zu gewinnen. Mit der Unternehmensnachfolgebörse Change/ Chance (www.change-online.de) - einer Initiative des DIHK, des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks und der KfW-Mittelstandsbank fanden 2004 1.465 Übernahmeinteressierte einen Betrieb. II e.) Frau Gebhart-Hamann – seit 18 Jahren in der Handwerkskammer Bremen als betriebswirtschaftliche Nachfolgeberaterin tätig - ging in ihrem Beitrag der Frage nach, warum es so wenige Nachfolgerinnen im Handwerk gibt? Sie stellte heraus, dass sich das Leistungs- und Qualifikationspotenzial von Frauen nicht in den entsprechenden Positionen als Inhaberinnen widerspiegelt und dass Kinder bzw. auch Töchter kein Interesse an einer Nachfolge bzw. geringes Interesse für gewerbliche Berufe mitbringen. Hier sieht sie einen wichtigen Ansatz für die Motivierung von Nachfolgerinnen, denn durch den Einsatz von modernen Technologien gewinnen viele Bereiche im Handwerk an Attraktivität. Frau Gebhart-Hamann machte deutlich, dass gerade bei ungeplanter Nachfolge (bei Tod oder Krankheit des Inhabers) häufig folgende Probleme auftauchen:
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